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- geschrieben von Thomas - Auch ich bin einer von diesen, sagen wir mal hochmotivierten Messebesuchern in Essen, die bereits Wochen vorher mit ihren Wishlist, Have to See und Kauflisten beginnen, damit sie in ihrem Kaufrausch den Überblick nicht verlieren. Da aber selbst meine Liste nicht alle Spiele berücksichtigt, gibt es immer wieder Titel, die ich später zufällig kennen lerne. Cities von Emma Games ist ein solches Spiel, das eher zufällig auf unserem Spieltisch gelandet ist.
Das Thema: Alle Spieler bauen gleichzeitig an jeweils einer eigenen Stadt (Berlin, London, Paris und New York), mit zufällig gezogenen für alle Spieler (abgesehen von der Grafik) identischen Stadtplättchen. Dabei bemühen sich die bis zu vier Mitspieler, aus den verschiedenen gezogenen Plättchen eine möglichst attraktive Stadt für Touristen zu erschaffen. Das Spielmaterial: - 28 Touristen Pöppel (je 7 in schwarz, rot, blau und gelb) - 96 Stadtplättchen in 4 Sets (von 1 - 24 durchnummeriert) - Spielregel und Quickstart jeweils in englisch, deutsch und holländisch - Übersicht der abgebildeten Sehenswürdigkeiten
Die Stadtplättchen: Die Spieler haben einen (fast) identischen Satz von 24 durchnummerierten Plättchen, die sich nur in der Farbe der Zahlen und den auf den gelben Flächen abgebildeten Sehenswürdigkeiten unterscheiden. Die Anordnung der verschiedenen Flächen sind dagegen bei allen Plättchen mit der selben Zahl identisch. selbe Zahl, gleiche Verteilung der Felderarten aber unterschiedliche Sehenswürdigkeiten  Insgesamt gibt es vier verschiedene Felderarten, die Sehenswürdigkeiten (gelb), das Wasser (blau), den Park (grün) und die Straßencafes (rot). Jedes Stadtplättchen hat vier Felder, dies gilt z.B. auch wenn zwei nebeneinander liegende Felder die selbe Farbe haben. Die vier Sätze zeigen jeweils die Sehenswürdigkeiten einer Stadt (Berlin, London, Paris und New York). auf den Stadtplättchen sind immer zwei oder drei verschiedene Geländearten gedruckt
Der Spielaufbau: Ein Spieler ("der Meisterbauer") mischt verdeckt seine 24 Stadtplättchen und legt davon ungesehen 8 Plättchen in die Spielschachtel zurück. Diese werden für die Partie nicht benötigt, die restlichen 16 Plättchen stapelt er verdeckt. Die anderen Spieler sortieren ihre Stadtplättchen nach den Zahlen, damit sie diese schneller finden. Dann zieht der Meisterbauer die drei oberen Plättchen und sagt die entsprechenden Zahlen an. Als Startaufstellung legt jeder Spieler diese drei Plättchen beliebig vor sich ab, jedoch müssen sich die Plättchen an den Ecken mit einem oder zwei anderen Plättchen berühren. eine mögliche Startaufstellung
Der Spielablauf: In jeder Runde zieht der Meisterbauer ein Stadtplättchen und sagt die darauf abgedruckte Zahl an. Danach legt jeder Spieler das entsprechende Plättchen in seine Stadt. Das neue Plättchen muss mindestens ein bereits liegendes Plättchen an einer Ecke oder an einer kompletten Seite berühren. Insgesamt darf die Fläche der Städte nicht größer als 4 x 4 im Quadrat werden. Weitere Legeregeln gibt es für die Plättchen nicht, somit können sie gedreht und an jeden freien Ort mit Kontakt zu einem bereits liegenden Teil gelegt werden. Verbindung über Eck reicht 
Nach dem Legen eines Stadtplättchens dürfen die Spieler einen Touristen auf ein Feld des gerade gelegten Plättchens setzen oder aber einen bereits gesetzten Pöppel um ein Feld weiter bewegen (vertikal, horizontal oder diagonal) oder einen bereits gesetzten Pöppel auf das neu gelegte Plättchenversetzen. Wasserflächen sind für die Pöppel jedoch absolut Tabu. Das Einsetzen der Touristen ist später für die Wertung sehr wichtig, da nur Flächen und Cafes mit Touristen-Pöppel Punkte einbringen. Das Spielende: Nachdem das 16. Stadtplättchen gezogen und von allen Mitspielern platziert wurde (ggf. mit Pöppel einsetzen/versetzen), endet das Spiel. Jetzt erfolgt die Auswertung, nach einer von drei vorgegebenen Schwierigkeitsstufen (s.u.). Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt das Spiel. nach 16 Stadtplättchen ist das Spiel aus
Die Auswertung: Allgemein gelten für alle Auswertungsstufen, dass nur das gewertet werden kann, was auch mit einem Touristen besetzt ist. Bei einer Cafewertung (fällt auf Stufe 1 weg), muss der Pöppel auf dem zu wertenden Strassencafe stehen. Bei einer Flächenwertung (Park, Sehenswürdigkeit) reicht es, dass mindestens ein Touristen-Pöppel auf einem Feld dieses zusammenhängenden Gebietes steht. Felder sind immer nur vertikal und horizontal (niemals diagonal) miteinander verbunden. Bei mehreren Pöppeln in einem Gebiet, gibt es trotzdem nicht mehr Punkte. Die Touristen-Pöppel werden alle der Reihe nach abgerechnet und zur besseren Übersicht hingelegt. man sollte immer alle Touristen einsetzen
Stufe 1: für Einsteiger: Sehenswürdigkeit / Park: Für alle zusammenhängenden Parkfelder / Sehenswürdigkeitsfelder in einem mit einem Pöppel besetzten Gebiet, erhält der Spieler pro Feld einen Punkt. Strassencafe: Wird bei Stufe 1 nicht gewertet. Sehenswürdigkeit unten links: 5 Punkte (Stufe Einsteiger u. Dilemma) oder 10 Punkte (Stufe Kopfnuss)
Stufe 2: Dilemma Sehenswürdigkeit / Park: Siehe Wertung Stufe 1 Strassencafe: Vom mit Pöppel besetzten Strassencafe ausgehend erhält der Spieler für jedes vom Cafe sichtbare Wasserfeld einen Punkt. Es werden alle vier Richtungen (vertikal und horizontal) soweit vorhanden berücksichtigt. Sichtbar bedeutet in diesem Fall, dass alle ununterbrochen hintereinander liegenden Wasserfelder, deren erstes Feld direkt am Cafe angrenzt, für den Touristen sichtbar sind. Gebietswertung Park (links): 6 Punkte (Stufe Einsteiger u. Dilemma) oder 11 Punkte (Stufe Kopfnuss) Stufe 3: Kopfnuss Sehenswürdigkeit: Siehe Wertung Stufe 1, zusätzlich zählen jedoch alle Strassencafes, die direkt (senkrecht oder waagerecht) an ein Sehenswürdigkeitsfeld dieses Gebietes angrenzen einen Punkt. Dafür muss in den Cafes kein Tourist stehen. Park: Siehe Wertung Stufe 1, zusätzlich zählen jedoch alle Wasserfelder, die direkt (senkrecht oder waagerecht) an ein Parkfeld dieses Gebietes angrenzen einen Punkt. Stassencafe: Siehe Wertung Stufe 2, jedoch gilt diese Wertung jetzt auch zusätzlich für alle Parkfelder. Dabei dürfen Park und Wasserfelder in beliebiger Reihenfolge hintereinander liegen. Unterbrochen wird die Sicht vom Cafe im Gegensatz zur Dilemma Wertung (hier auch Parkfelder) nur noch von anderen Cafes und Sehenswürdigkeiten. Strassencafe links oben: 6 Punkte (Stufe Dilemma) oder 13 Punkte (Stufe Kopfnuss) Die Spielbewertung: Viele Familienspiele haben das Problem, dass der Einstieg in die erste Partie trotz relativ kurzer Regeln Gelegenheitsspielern schwer fällt. Vielleicht ist es ein erfolgreicher Trend, einen einfacheren Einstieg durch eine leichtere, abgespeckte Variante des Spiels zu ermöglichen. So sind in den letzten Monaten Spiele mit mehreren Schwierigkeitsstufen pro Partie (Maori) oder innerhalb einer Partie (Fits) erschienen. vier Seiten Regel mit vielen Beispielen
Auch Cities bietet drei Schwierigkeitsstufen, so dass in der Stufe Einsteiger aufgrund der einfachen Lege- und Punkteregeln auch unerfahrene Spieler und Kinder einen leichten Einstieg in das Spiel finden. Da die Regel nicht allzu lang ist und zusätzlich noch eine Quickstart Anleitung beiliegt, sollte das Selbsterarbeiten der Regel auch für Wenigspieler keine allzu hohe Hürde darstellen. Die kurze Spielzeit lädt förmlich zu weiteren Partien ein, vielleicht mit einem höheren Schwierigkeitsgrad bei der Punktevergabe? Da die sehr einfachen Legeregeln in allen Schwierigkeitsstufen gleich sind, können die zusätzlichen Punkteregeln schnell erlernt werden. Vielspielern empfehle ich den direkten Einstieg mit der Stufe 2 - Dilemma, da die Einsteiger Variante doch sehr einfach ist. Quickstart: einfacher Start - Schritt für Schritt
In der schwierigsten Stufe sind die Punktemöglichkeiten und die daraus resultierenden Entscheidungen für die beste Platzierung eines Stadtplättchens so variabel, dass auch für Vielspieler (meine bisherige Erfahrung) kurze und interessante Partien entstehen. Cities erhält sicherlich keinen Innovationspreis, Pöppel auf möglichst große Flächen platzieren (Carcassonne) und alle Mitspieler verbauen die selben Plättchen (Take it easy) sind bereits aus anderen Spielen bekannt. Da diese Komponenten aber neu mit weiteren Mechanismen zu einem interessanten, kurzweiligen und absolut "runden" Spiel kombiniert wurden, und sich Cities anders spielt als die Verwandten, ist aus dem Bekannten ein sehr gutes eigenständiges Spiel entstanden. im Lichtschein erkennt man die entfernten Verwandten :-)
Da immer acht zufällige Plättchen nicht verbaut werden, ist jedes Spiel anders und man kann sich nicht auf bestimmte punkteträchtige Standard Kombinationen verlassen. Die Gefahr von längeren Wartezeiten während des Spiels ist eigentlich sehr gering, außer wenn berüchtigte Gehirnakrobaten am Werk sind, die alle Wahrscheinlichkeiten, welche Plättchen-Kombinationen jetzt noch kommen können, durchrechnen müssen. In allen anderen Fällen spielt sich Cities sehr flott. in der Regel schnelle Partien mit kurzen Bedenkzeiten
Cities ist sicherlich kein großes Strategiespiel, aber Vorausplanung, das Suchen der besten Platzierung (inkl. Drehen in alle Richtungen), Ausnutzen von guten Gelegenheiten und geschicktes Platzieren/Ziehen der Touristen-Pöppel verbessern den Punktestand in hohem Maße. Natürlich spielt das Glück (insbesondere zum Ende einer Partie) eine gewisse Rolle, diese ist jedoch relativ klein und nie alleine spielentscheidend. Trotzdem fiebern die Spieler dem nächsten Plättchen entgegen, und sie hoffen auf die passende Doppel-Park Fläche um viele Punkte mit einem großen Park inkl. umsäumender Wasserfläche zu erzielen. trotz gleicher Plättchenauswahl oft sehr unterschiedliche Ergebnisse Ein Kritikpunkt könnte die fehlende Interaktion der Spieler untereinander sein, da die Spieler sich nicht gegenseitig beeinflussen beim Bau ihrer Städte (Ausnahme die Beschwörung zur Beeinflussung des nächsten Plättchens :-) ). Da die Spielzeit jedoch sehr gering ist und man die ganze Zeit mit seiner eigenen Stadt beschäftigt ist, wird dies wahrscheinlich nur Spieler stören, die ohne Interaktion keinen Spielspass finden. Aufgrund dieser fehlenden Interaktion funktioniert das Solo-Spiel sehr gut, auch wenn mir dann doch die Herausforderung "wer holt mehr Punkte mit der selben Voraussetzung" fehlt, und ich deshalb kein Fan von der Solovariante bin. Solo möglich, ich bevorzuge aber den Wettbewerb
Das sehr nette Material ist von guter Qualität. Zwar ist es nicht wichtig für den Ablauf des Spiels, aber trotzdem ist es eine sehr schöne Idee, das durch die Sehenswürdigkeiten von vier realen Metropolen (Berlin, London, Paris, New York) mehr grafische Abwechslung auf den Plättchen geboten wird. Darüber hinaus wird so das Spielthema, die Spieler bauen an ihren eigenen Städten, grafisch unterstützt. Dazu passt auch die Tatsache, dass zusätzlich ein Übersichtsblatt mit allen gedruckten Sehenswürdigkeiten der vier Städte dem Spiel beiliegt. nettes Detail - Übersicht aller Sehenswürdigkeiten Cities hat mir von Anfang an sehr gut gefallen und dieser positive Eindruck hat sich auch nach über 10 Partien nicht verändert. Fast alle meine bisherigen Mitspieler (bei einem "Eisblock" war es nicht festzustellen :-) ) bewerteten das Spiel mit gut oder sogar sehr gut (fast alles Vielspieler). Es ist mit seiner kurzen Spielzeit ein idealer Starter/Absacker, der auch in Zukunft oft seinen Platz in meinem Spielesack finden wird. Fans von kurzen einfachen Legespielen kann ich Cities nur absolut empfehlen, alle anderen sollten es wenn möglich zumindestens mal Probe spielen. Von mir erhält dieses Legespiel von Emma Games vier von fünf Sterne.
(5 Sterne: absolutes Highlight; 4 Sterne: sehr gutes Spiel; 3 Sterne: gutes Spiel (schlage ich selber vor); 2 Sterne: Spiel ist OK (würde ich immer mitspielen); 1 Stern: geht so (würde ich zur Not mitspielen); 0 Sterne: geht gar nicht) Übersicht: Spiel: Cities Verlag: Emma Games Autor: Martyn F. Erscheinungsjahr: 2008 Sprache: englisch, deutsch, holländisch Spieleranzahl: 1 - 4 angegebene Spielzeit: 15 - 30 Minuten empfohlenes Mindesalter: ab 8 Jahren Bewertungssterne: 4 (von 5) BGG-Durchschnitt (Stand 21.04.2009): 6,79 bei 161 Ratings Spielstatus: Spiel selbst gekauft Sonstiges: bisher 12 Partien gespielt (1er, 2er und 4er)
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