Home Spiele Rezensionen R-T Sushizock im Gockelwok (06.05.2009) - Spielekritik
Sushizock im Gockelwok (06.05.2009) - Spielekritik PDF  | Drucken |  E-Mail
Rezensionen und erste Eindrücke - R-T
Mittwoch, 06. Mai 2009 um 00:00 Uhr

- geschrieben von Klaus - Erstveröffentlichung auf unknowns.de - 

Etwas, was manchen Spielen gerne immer mal wieder angekreidet wird, ist fehlende Interaktion. Diesem Handikap unterliegen auch fast sämtliche Rezensionen. Deshalb möchte ich endlich mal diesem Missstand entgegentreten und Sie, verehrten Leser, direkt in diese Spielbesprechung miteinbeziehen. Ich stelle Ihnen ein paar Fragen und hoffe, dass Sie mir mit Ihren Antworten beim Verfassen dieser Rezension helfen können.

Zunächst möchte ich die Hintergrundinformationen zu diesem neuen Spiel aufdecken. Der Titel ist tierisch genial und zugleich sehr typisch für den Verlag: Sushizock im Gockelwok (Finden Sie nicht auch, dass es endlich mal eine Auszeichnung für den besten Spieletitel des Jahrs geben müsste?). Nun, welcher Verlag ist wohl damit gemeint?

 

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Sehr richtig, anders auch nicht möglich: Zoch. Und von welchem Autor könnte die Spielidee für dieses in der kleinen quadratischen Schachtel erschienene Spiel sein? Ich sage nur Nachfolger von Heckmeck… Korrekt, der einzige der dafür in Frage kommt, ist Reiner Knizia. So, dann kommen wir zu der interessanten, aber für Sie nach den wie aus der Pistole geschossenen richtigen ersten Antworten bestimmt ebenso leichten Frage: Was für eine Art von Spiel …

 

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Da muss ich meine Frage also gar nicht zu Ende formulieren, ein Würfelspiel meinen Sie. Meine Hochachtung, einwandfrei. Jetzt müssen wir nur noch über das Spielmaterial reden, bevor wir die Startaufstellung, ähm die Hintergrundinformationen abhaken können. Plättchen – wahrscheinlich Portionen – und Würfel meinen Sie? Sie sind aber auch besonders clever. Dann können Sie mir auch bestimmt sagen, wie viele Würfel mit im Spiel sind.

 

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Acht? Ha, nein, da haben Sie mal daneben gelegen. Nur fünf sind dieses Mal mit von der Partie (Drei sind wohl in den Grill gefallen und verkohlt…). Deshalb sind hier Mal auch nur kalte Gerichte im Angebot. Man hat die Wahl zwischen blauen Sushihappen (bringen zwischen einem und sechs Pluspunkten) und roten Gräten (verursachen bei der Endwertung Abzüge zwischen einem und vier Punkten). Diese sind auf Plättchen ähnlich denen aus Heckmeck abgebildet. Die Plättchen haben sich jedoch einer Abmagerungskur unterzogen (Sushi scheint eben nicht so nahrhaft wie Bratwürmer zu sein.) und sind nun etwa halb so dick wie ihre Kollegen vom Bratwurmeck.

Bevor das Spiel beginnen kann, müssen die Plättchen noch in die beiden Portionstypen getrennten werden. Beide Sorten werden dann zufällig aufgedeckt und in jeweils einer eigenen Reihe auf dem Tisch ausgelegt. Und noch ein paar Worte zu den Würfeln: Auf jedem Würfel sind je zwei blaue Sushihappen bzw. rote Gräten und je einmal blaue bzw. rote Stäbchen abgebildet. Und wie, glauben Sie, kommt man nun an diese Happen?

 

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Würfeln, eine Würfelsorte herauslegen und eventuell wieder würfeln? Na, da schwächeln Sie aber ganz schön. Da muss ich Ihnen wohl doch ein bisschen aushelfen. Aber ich gebe zu, das war auch eine gemeine Frage, denn Sushizock im Gockelwok spielt sich doch deutlich anders. Und das geht so: Der Spieler am Zug nimmt die fünf Würfel und startet seinen ersten Versuch. Man darf sofort nach dem ersten Wurf diesen werten, alternativ muss man mindestens einen beliebigen Würfel (ohne jegliche Einschränkung) herauslegen und die restlichen Würfel erneut werfen. Spätestens nach dem dritten Wurf ist Schluss.

Nun, wie wertet man? Nein, Sie müssen gar nicht antworten, ich springe direkt für Sie ein. Zunächst muss man sich für eines der vier Symbole entscheiden. Wählt man die Sushihappen aus, zählt man entsprechend der Anzahl der Würfel mit Sushisymbol die Plättchen der Sushiauslage vom linken Rand aus ab, nimmt sich das Entsprechende aus der Reihe und legt es auf seine eventuell bereits anderen bisher gesammelten Sushiportionen. Genauso verfährt man auch mit den Gräten. Wenn man z.B. nach dem zweiten Wurf drei Würfel ausliegen hat, die Sushi und zwei, die Gräten zeigen, hat man folgende zwei Optionen: Entweder ich nehme das dritte Plättchen aus der Sushireihe oder das zweite der zunächst weniger begehrten Gräten.

 

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Warum man überhaupt freiwillig Gräten nehmen sollte? Eine sehr gute (Grätchen-)Frage, die ganz einfach zu beantworten ist: Kein Sushihappen ohne Gräte.Wie, was soll das heißen? Habe ich mich nicht verständlich genug ausgedrückt? Sehen Sie, wie gut, dass das eine interaktive Rezension ist, sonst hätte ich offene Fragen im Text stehen gelassen.

Also, wenn die letzte Portion aus der Tischmitte genommen wurde, schiebt jeder Spieler seine beiden Stapel nebeneinander. Alle Plättchen mit Sushihappen, die nun den Grätenstapel überragen, müssen entfernt werden und zählen in der Endwertung nicht mit. Und wer in der Summe mehr Punkte hat, gewinnt das Spiel? Ja korrekt, das haben Sie ja wieder messerscharf erfasst.

 

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Und deshalb sind auch die Gräten von großer Bedeutung, denn ohne diese kann man keine Pluspunkte sammeln. Möglichst viele Gräten mit wenigen Minuspunkten ermöglichen ein erfolgreiches Sammeln von vielen saftigen (Sushi)Pluspunkten. Ich bin Ihnen noch eine Erklärung schuldig, wofür die Stäbchen gut sind?

 

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Sie haben völlig recht. Das kläre ich noch auf, denn auf Interaktion wollen wir doch keinesfalls verzichten. Schafft man es, drei Stäbchen einer Farbe zu würfeln, dann darf man der Stäbchenfarbe entsprechend bei einem beliebigen Mitspieler den obersten Sushihappen oder die oberste Gräte klauen. Gelingt es einem Spieler, sogar mehr als drei Stächen in einer Farbe zu erwürfeln, dann darf dieser Spieler ein beliebiges Plättchen im dementsprechenden Stapel benennen, welches dann diesem Mitspieler abgegeben werden muss. Wobei wie bei Heckmeck gilt, …

… dass man die Plättchenstapel nicht durchschauen darf, sondern sich die Reihenfolge für gezieltes Klauen merken sollte. Ja, Sie nehmen mir wieder die Worte aus dem Mund. Nun aber genug der graue Theorie und hinein ins bunte Treiben im Gockelwok.

 

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So bleibt mir nur noch, meine subjektiven Eindrücke vom legitimen Heckmeck am Bratwurmeck-Nachfolger Sushizock im Gockelwok festzuhalten. Sehr schmackhaft und gut bekömmlich lautet die Kurzzusammenfassung. Durch die zufällige Auslage verlaufen die Spielrunden unterschiedlich. Mal kann man frühzeitig hohe Pluspunkte sammeln, mal liegen die wichtigen -1 Gräten leicht erwürfelbar aus, mal hat man die Qual der Wahl, mal liegt nichts wirklich Verlockendes in erreichbarer Nähe. Dadurch, dass man ohne Regeleinschränkungen Würfel herauslegen kann, hat man gefühlt etwas mehr Einfluss auf sein Würfelergebnis als bei Heckmeck.

Aber auch die Wahl des Plättchens sollte bedacht sein. Ein höheres Pluspunkteplättchen mit einem niedrigeren abzudecken, kann auch bei Sushizock sinnvoll sein, denn drei blaue Stäbchen zu würfeln ist nicht so unwahrscheinlich wie vier. Zugleich ist das Sammeln von mehreren -1 Gräten auch immer eine gute Idee, da man dann mehr Spielraum zum Anhäufen von Plusplättchen hat, die auch in der Endwertung zählen. Nichts ist ärgerlicher als eine fette +6 nicht in die Wertung zu bekommen, gleichwohl das nicht so weh tut, wenn man diese zuvor einem Spieler geklaut hat, der sie hätte werten können.

Man kann gewinnen, indem man viele Sushihappen sammelt und nur wenige Gräten, dadurch den Mitspielern die Pluspunkte vorenthält und sie auf Gräten sitzen lässt, aber auch umgekehrt, indem man viele -1 und -2 mit wenigen hohen Pluspunkten, sodass die Mitspieler ihre Pluspunkte nicht in die Wertung bekommen. Die niedrigen Minuspunkte und die hohen Pluspunkte sind natürlich am Begehrtesten und man sollte sich deren Positionen in den Stapeln merken, um bei Gelegenheit bei den Gegnern die gewünschten Plättchen zu klauen. Natürlich obliegt letztendlich das Ergebnis auch dem glücklicheren Würfelhändchen, im richtigen Moment dem lieben Mitspieler ein Plättchen zu entreißen. Aber wie sehr ich mein Glück herausfordere, das kann ich durchaus beeinflussen.

 

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So liegt mit Sushizock im Gockelwok eine erneut fetzige Würfelzockerei mit großem Spaßfaktor vor. Im Gegensatz zu Heckmeck spielt sich Sushizock bereits zu Zweit interessant, in größeren Runden ist selbstverständlich mehr los.

Ich persönlich liebe die Abwechslung und so werden beide Spiele immer wieder als Absacker oder zwischendurch auf unserem Spieletisch landen. In meiner Bestenliste der kleinen flotten Würfelspiele rangiert Heckmeck am Bratwurmeck zusammen mit Can´t Stop vor Sushizock im Gockelwok, Drachenwurf und Volle Wolle. Zoch ist somit ein weiterer gelungener Titel im kleinen quadratischen Schachtelformat geglückt.

PS: Dass sich die Würfelspiele in der kleinen Schachtel aus dem Zoch Verlag bis heute große Beliebtheit erfreuen, zeigt sich auch an dem im Jahr 2009 gestarteten Heckmeck-Triathlon. Neben Heckmeck und Sushizock muss als Drittes Hoppladi Hopplada bewältigt werden, der jüngste Spross der Familie...

 

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(5 Sterne: absolutes Highlight; 4 Sterne: sehr gutes Spiel; 3 Sterne: gutes Spiel (schlage ich selber vor); 2 Sterne: Spiel ist OK (würde ich immer mitspielen); 1 Stern: geht so (würde ich zur Not mitspielen); 0 Sterne: geht gar nicht)

 

Übersicht:

Spiel: Sushizock im Gockelwok

Verlag: Zoch

Autor: Reiner Knizia

Erscheinungsjahr: 2008

Sprache: deutsch

Spieleranzahl: 2 - 5

angegebene Spielzeit: 20 Minuten

empfohlenes Mindesalter: ab 8 Jahren

Bewertungssterne: 2,5 von 5

BGG-Durchschnitt (Stand 11.04.2009): 6,59 bei 442 Ratings

Spielstatus: Spiel im Heckmeck Turnier gewonnen :-)

Sonstiges: bisher  Partien gespielt (2er, 3er, 4er und 5er): 25

 

 
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