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Rezensionen und erste Eindrücke - A-D
Montag, 22. Dezember 2008 um 20:07 Uhr

- geschrieben von Thomas - 

Manchmal wird ein eigener Verlag erfolgreicher, als man es vielleicht selber je geglaubt hat. Zoch Verlag ist eine dieser Erfolgsgeschichten. Seit dem Start 1987 mit dem sehr erfolgreichen Bausack hat sich Zoch zu einem der großen Verlage in Deutschland entwickelt. Wie in allen Branchen hat Größe sehr viele Vorteile, aber es hat auch ein paar wenige Nachteile, Dies dachte sich auch Klaus Zoch, der 2007 Chili Spiele gründete, um Spiele Perlen, die nur in Kleinauflagen vertrieben werden können, auch (wieder) im eigenen Verlag eine Chance geben zu können.

Die Aufsteiger von Holger Lanz ist genau so ein Spiel. Die erste Miniauflage gab es bereits 2007 auf der Spiel in Essen zu kaufen. Nach unserer Testpartie wollte ich sofort zuschlagen. Leider war ich zu spät, um dieses Spiel bereits 2007 in unsere Sammlung aufnehmen zu können. Zum SpieleWahnsinn 2008 war dann eine 2. größere Auflage verfügbar.

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Spielziel:

Aus den vorhandenen Steinen entsteht nach und nach ein Bauwerk mit einem oder mehreren Türmen. Ziel des Spiels ist es, zum Schluss mit seiner eigenen Spielfigur auf dem höchsten Punkt des gesamten Bauwerks zu stehen.

 

Das Spielmaterial:

- 2 große graue Klötze

- 12 bunte 1er Klötze mit 6 verschieden farbigen Seiten

- 12 bunte 2er Klötze mit 6 verschieden farbigen Seiten 

- 9 bunte 4er Klötze mit 6 verschieden farbigen Seiten

- 5 kurze und 5 lange Leitern

- 5 farbige Spielfiguren

- 5 farbige Blokadesteine

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Der Spielaubau:

Zum Start des Spiels erhält jeder Spieler je eine kleine und eine große Leiter sowie den Blokadestein und die Spielfigur in einer Farbe. Die Startaufstellung der Bauklötze sieht wie folgt aus: die beiden großen grauen Klötze werden hochkant nebeneinander in die Mitte gestellt, danach werden die restlichen Steine willkürlich so um die großen Klötze drapiert, daß diese beiden komplett verdeckt werden.

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Der Spielablauf:

Zum Start des Spiels stehen alle Figuren auf dem Spieltisch. Der Zug eines Spielers läuft immer gleich ab: er darf zuerst, wenn es möglich ist aufsteigen, danach darf er einen Klotz versetzen und dann soweit möglich erneut aufsteigen. Anstatt Aktionen durchzuführen ist auch immer passen möglich. 

Jede Spielfigur kann ohne Hilfe immer nur die Höhe 1 (Höhe eines gelegten 1er Klotzes) aufsteigen, dies jedoch beliebig oft pro Spielzug. Deshalb versucht jeder Spieler möglichst einen Klotz so vor die eigene Spielfigur zu legen, daß der Höhenunterschied nur 1 beträgt. Durch Einsatz der kleinen Leiter kann jeder Spieler einmal pro Spiel einen 2er Höhenunterschied mit der großen Leiter einen maximalen 4er Höhenunterschied überwinden. Mit Hilfe des Blokadesteins kann einmal im Spiel ein beliebiger Klotz für eine Runde reserviert werden.

typischer Start 

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Die verschiedenen Klötze können entweder gelegt oder gestellt werden. Auf den farbigen Klötzen sind immer alle Spielerfarben und die neutrale Farbe grau vorhanden. Natürlich darf der versetzte Stein vor endgültiger Ablage beliebig gedreht werden. Eine farbige Seite darf immer nur von der Spielerfigur dieser Farbe betreten werden, die grauen Flächen dürfen von allen Figuren betreten werden. Die Anzahl der möglichen Spielfiguren auf einer grauen Fläche wird von Ihrer Größe bestimmt, z.B. bietet (bzw. benötigt auch) ein flach hingelegter 1er Klotz (oder auch der 2er) vier Plätze.

Beispiel für vier Plätze

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Folgende Bauregeln müssen immer beachtet werden: 1. Steine können versetzt auf anderen Steinen verbaut werden, jedoch dürfen unterhalb eines Klotzes keine Lücken entstehen. 2. besetzte Klötze (Spielfigur oder Blokadestein) oder der zuvor vom letzten Mitspieler bewegte Klotz dürfen nicht versetzt werden. 3. auf einem Klotz mit anderen Spielfiguren darf gebaut werden, wenn genug Platz für die Spielfiguren und den Klotz vorhanden sind. 4. der gerade verbaute Klotz muss mit mindestens einer seiner gedachten Quadratflächen eine Fläche am Bauwerk verdecken.

vier verschiedene Klotzgrößen, sieben verschiedene Legemöglichkeiten

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In den beiden möglichen Bewegungen pro Zug dürfen Spieler mit ihren Figuren über mehrere Klötze (jedoch nur über graue und Spielerfarbe Flächen) ziehen. Eine Spielerfigur darf während einer Bewegung auch absteigen (aber kostenlos nur um Level 1), jedoch muss die Figur am Ende der Bewegung höher als ihr Startpunkt stehen. Die Spielfiguren dürfen niemals schräg von einem zum anderen Klotz bewegt werden.

Das Spielende:

Sollte es eine Runde lang keiner der Mitspieler geschafft haben, mit seiner Spielfigur aufzusteigen, kann es nochmal der Spieler, der als erstes bei den Bewegungen gepasst hat, versuchen. Schafft er es erneut nicht, endet das Spiel. Sieger ist der Spieler dessen Spielfigur am höchsten steht bzw. bei Gleichstand der Spieler, der zuletzt diese Höhe erreicht hat.

"fertig"

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Die Spielbewertung:

Die Spielschachtel ist komplett neutral gehalten und wird erst durch eine Banderole dem Spiel zugeordnet. Dies ist leider nicht ganz optimal, da diese Banderole schnell kaputt gehen kann, ist aber dem Umstand der kleinen Auflage geschuldet. Das Material ist komplett aus Holz und von sehr guter massiver Qualität. Dadurch ist das Spiel trotz der relativ geringen Schachtelgröße kein Leichtgewicht => Gesamtgewicht über 1,5 Kilo. Die Optik des Spiels ist einfach, ohne thematische Gestaltung, unterstützt durch die Farbwahl aber gut den Spielablauf. Die Spielregel ist gut und einfach geschrieben.

Mitten im Spiel

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Das Spiel ist nicht unstrategisch, da es komplett ohne Glücksfaktor auskommt. Insbesondere der Einsatz der drei Sonderaktionen (2x Leiter, 1x Blokadestein) sollte gut überlegt sein, da einen gerade die Leitern oft aus problematischen Situationen retten können. Trotz der strategischen Komponente lässt sich das Spiel weitestgehend zügig spielen, da nicht jeder Zug eine große Entscheidung beinhaltet.

Zwar gewinnt nur ein Spieler, aber während des Spiels kann es schonmal zu kurzfristigen erfolgversprechen Seilschaften (zwei Spieler bauen zeitweise eher kooperativ) kommen. Generell beeinflussen sich die Spieler gegenseitig, da die Züge der Spieler (zumindestens ab Mitte des Spiels) teilw. sehr voneinander abhängig sind. Das Spiel lässt sich nicht komplett im Sitzen spielen, da man schon gelegentlich alle Seiten des Bauwerks sehen muss, um einen passenden Klotz für den nächsten eigenen Zug zu finden. Dies führt insgesamt zumindestens bei mir zu einem aktiven gemeinsamen Spielgefühl. Man baut nicht so vor sich hin, sondern ist gemeinsam an einem Bau auf der Suche nach dem eigenen Vorteil.

Einsatz einer Leiter

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Aufgrund des geringen Regelumfangs ist das Spiel auch gut für Spieler,die lieber einfachere Spiele spielen, und ältere Kinder geeignet. Ein wenig strategische Fähigkeiten und räumliches Denkvermögen helfen jedoch sicherlich bei einer guten Platzierung. Laughing

 

Das Spiel gefällt mir auch durch seine Andersartigkeit richtig gut (zu fünft noch nicht probiert), dies gilt auch für das Spiel zu zweit, wo es ein wenig strategischer wird. Es lässt sich zügig spielen und hat für das Gebotene eine nicht zu lange Spielzeit. Es verbindet geschickt die Erinnerungen an Bauklötze mit ein wenig Strategie, Interaktion und ab und zu auch ein wenig Boshaftigkeit (zubauen der Mitspieler) miteinander.

ein reservierter Stein (unten links)

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Ich hoffe Chili Spiele wird auch weiterhin Spiele wie dieses herausbringen, denn gute Spiele findet man heute bei sehr vielen Verlagen. Dies gilt leider nicht für ungewöhnliche und unverbrauchte Spielideen. Von mir bekommt das Spiel sehr gute 4 von 5 Sternen. Jeder der auch mal gerne bereit ist, etwas neues zu testen, sollte sich dieses Spiel auf seine "noch zu testen Liste" setzen.

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Übersicht:

Spiel: Die Aufsteiger

Verlag: Chili Spiele

Autoren: Holger Lanz

Erscheinungsjahr: 2007

Sprache: Deutsch

Spieleranzahl: 2 - 5

Spielzeit: ca. 45 Minuten

empfohlenes Mindesalter: ab 8 Jahren

Bewertungssterne:  4 (von 5)

BGG-Durchschnitt (Stand 22.12.2008): 7,31 bei 66 Ratings

Spielstatus: Spiel selbst gekauft

Sonstiges: bisher 4 Partien gespielt (2er, 3er und 4er)

 

 
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