Home Spiele Rezensionen I-L Kazaam (06.12.08) - Spielekritik
Kazaam (06.12.08) - Spielekritik PDF  | Drucken |  E-Mail
Rezensionen und erste Eindrücke - I-L
Samstag, 06. Dezember 2008 um 00:00 Uhr

- geschrieben von Thomas - 

Von den Spielen, die der Verlag Wolf Fang P.H. in Essen 2008 vorgestellt (z.B. Saigo no Kane oder Yukatan) hat, haben wir auf der Messe nur Kazaam gekauft. Dieser polnische Verlag war zum erstenmal 2008 mit einem Stand auf der Spiel. Der Verlag ist aber auch noch nicht sehr alt (erstes Spiel laut Boardgamegeek 2005).

kazaam-0004.jpg

 

Die beiden Autoren Małgorzata Majkowska und Tomasz Z. Majkowski sind bisher hauptsächlich in Polen bekannt. Durch die Präsenz der polnischen Verlage auf der Spiel 2008 könnte sich das ändern.

Die Story:

Wir Spieler sind alle junge angehende Alchemisten am Ende unseres Studiums. Vor uns liegt die letzte große und schwierigste Prüfung, die Erschaffung eines Homunkulus (künstliches Lebewesen) im Labor. Doch damit nicht genug, die Studenten wetteifern auch um den besten erstellen Homunkulus. Möge der alte Meister von unseren Fähigkeiten verblüfft werden.

die sechs Alchemistenkarten

kazaam-0008.jpg

Das Spielmaterial:

- 70 Karten mit den Einzelteilen des Homunkulus (Quadrate von 6x6 cm)

- 96 Spielmarken mit Alchemiezutaten (Kreise von 2,8 cm im Durchmesser)

- 6 Alchemistenkarten (28,1 cm breit und 20,8 cm hoch)

die sechs verschiedenen Zutaten

rimg0018.jpg

Die Einzelteile und die Spielmarken sind aus ca. 2 mm dicke Pappe. Ein großes Problem zumindestens meines Exemplars war die Qualität der Stanzung. Selbst bei vorsichtigem Herauslösen hat sich bei einigen Spielmarken die oberste bedruckte Schicht abgelöst. Die Alchemistenkarten sind aus dickerem Papier. Dies ist ausreichend, da sie nur auf dem Tisch zur Ablage der Homunkulus Einzelteile liegen.

die Einzelteilkarten - z.B. alle Köpfe im Spiel

rimg0015.jpg

Die dargestellten Wesen sind ziemlich außergewöhnlich und die Grafiken teilw. sehr farbenfroh. Beides ist nicht störend, da es sehr gut zum abgedrehten Thema passt. Manchmal ist es jedoch nicht so einfach, die Grafiken den verschiedenen Körperteilen insbesondere der fremden Homunkulus zuzuordnen.

Das Spielziel:

Ziel des Spiels ist es, schnell einen Homunkulus vollständig zu erstellen und dabei möglichst viele Punkte zu machen. Dabei ist es prinzipiell egal,  ob die Einzelteile alle vom eigenen Homunkulus (vorteilhaft da höchste Punktzahl pro Einzelteil) oder von verschiedenen Homunkulus stammen.

ein fertiger Homunkulus

rimg0011.jpg

Der Spielablauf:

Als erstes sucht sich jeder eine Alchemistenkarte mit Homunkulus aus, oder aber es wird verdeckt gezogen. Die Wahl des Homunkulus hat keine Auswirkung auf den Spielablauf. Neben dem Homunkulus ist zusätzlich auf der Alchemistenkarte die Lieblingszutat des Alchemisten Schülers abgebildet (Erklärung s.u.).

Die Einzelteile werden gemischt und verdeckt hingelegt. Zum Start zieht jeder 3 Einzelkarten. Die Alchemiezutaten werden sortiert. Dann beginnt das eigentliche Spiel.

kurz nach Beginn des Spiels

rimg0001.jpg

Pro Zug darf jeder Spieler drei Aktionen durchführen. Dazu hat er fünf verschiedene Optionen zur Auswahl, er kann aber auch dreimal die selbe Aktion durchführen.

1. Nachziehen einer verdeckten Einzelteilkarte (Handmaximum von 6)

2. Ausspielen eines Einzelteiles des Homunkulus von der Hand (z.B. rechte Hand auf den Platz der rechten Hand auf der Alchemistenkarte), dazu muss er die abgebildeten Zutaten abgeben.

3. Einsatz vom Einzelteil des Homunkulus - die verschiedenen Einzelteile haben unterschiedliche Funktionen (s.u.) nach dem Einsatz werden die Karten auf der Alchemistenkarte umgedreht.

4. Extraktion der Zutaten - für die Abgabe eines Einzelteiles von der Hand erhält der Spieler alle darauf abgebildeten Zutaten und zusätzlich seine abgebildete Lieblingszutat. Die Einzelteilkarte landet auf dem Ablagestapel.

5. Aufdeckung aller eingesetzten Einzelteile des eigenen Homunkulus (unabhängig von der Anzahl der verdeckten Einzelteile kostet dies immer nur eine Aktion.

Nach drei Aktionen ist der nächste Spieler an der Reihe.

es wird

kazaam-0013.jpg

Sonderfunktionen der Einzelteile:

Ohr: Einsicht in die Kartenhand eines Mitspielers

Hand: eine Einzelteilkarte aus der Kartenhand eines Mitspielers ziehen

Bein: Ablagestapel durchsehen und eine Einzelteilkarte auf die Hand nehmen

Korpus: drei beliebige Zutaten nehmen

Schwanz: eine Einzelteilkarte auf einer beliebigen Alchemistenkarte (auch die eigene) verdecken oder aber eine verdeckte Karte ablegen.

Kopf: dieses Körperteil wird nicht während des eigenen Zuges genutzt. Hiermit verhindert man die Nutzung des Körperteiles des Homunkulus eines anderen Spielers (beide Einzelteile werden verdeckt).

Spielende und Wertung:

Das Spiel endet sofort, wenn der erste Spieler alle 9 Felder auf seiner Alchemistenkarte besetzt hat. Dabei ist es egal, ob alle Karten aufgedeckt sind. Dann kommt es bei allen Spielern zur Wertung der Alchemistenkarte. Die verdeckten Teile werden nicht berücksichtigt (außer für das Spiel beenden).

ein perfekter Homunkulus

rimg0019.jpg

Jedes aufgedeckte Einzelteil auf der Alchemistenkarte zählt einen Punkt oder zwei Punkte (Kopf, Korpus und Schwanz), sind alle aufgedeckten Einzelteile vom selben Homunkulus gibt es einen Sonderpunkt pro Teil und für die Einzelteile vom eigenen Homunkulus gibt es einen weiteren Punkt. Also gibt es im Optimalfall (nur eigene Teile) maximal 3 bzw. 4 Punkte pro Einzelteil. Zusätzlich erhält der Spieler, der alle Felder besetzt und somit das Spiel beendet hat zusätzlich 4 Punkte. Der Spieler mit den meisten Punkten gewinnt.

Spielbewertung:

Nach dem Auspöppeln ist für mich auch schon der größte Kritikpunkt an dem Spiel überstanden. Das Spiel selber spielt sich sehr zügig, da zwar ein paar strategische Möglichkeiten vorhanden sind, aber nur die wirklichen Extrem-Denker für jeden Zug mehr als 1 Minute benötigen.

Kazaam hat zwar einige Einflußmöglichkeiten, trotzdem spielt das Kartenglück eine größere Rolle. Dies muss man sicherlich mögen, genau wie den nicht allzu hohen Anspruch dieses Legespiels. Es ist ein nettes Spiel, bei dem man sich gut unterhalten kann (nicht nur durch das Spiel :-) ). Die Wartezeit bis zum nächsten eigenen Zug ist auch bei 5 Spielern normalerweise nicht zu lange, so daß Längen nur sehr vereinzelt vorkommen.

Da ich bisher das Spiel nur in voller Besetzung (5 Spieler) oder zu zweit gespielt habe, kann ich natürlich auch nur dieses bewerten. Bei zwei Spielern wird das Spiel ggf. sehr schnell, da es schwieriger ist, die Teile des eigenen Homunkulus zu bekommen, und man eher bereit ist auch andere Teile zu verbauen. Zu fünft passiert mehr (es sind mehr Teile im Umlauf), deshalb gefällt es mir zu fünft besser. Aber auch zu zweit hat es seinen Reiz, dann ist es ein sehr kurzes nettes Spiel für zwischendurch.

 eine 5er Partie

20.jpg

Für mich ist Kazaam ein nettes Spiel, das ich immer mitspielen würde und ab und zu auch selber vorschlagen werde. Kazaam braucht man nicht unbedingt (welches Spiel braucht man schon :-) ), aber es vereint interessante Mechanismen zu einem guten Legespiel mit einem nicht so hohen Anspruch. Das hat aber den Vorteil, daß man dieses Spiel wahrscheinlich auch mit Wenig- und/oder Nichtspielern spielen kann (habe ich jedoch noch nicht ausprobiert). Von mir erhält das Spiel 3 (von 5) Sterne.

3sterne.jpg

 

 

Übersicht:

Spiel: Kazaam

Verlag: Wolf Fang P.H.

Autoren: Małgorzata Majkowska und Tomasz Z. Majkowski

Erscheinungsjahr: 2008

Spieleranzahl: 2 - 5

Spielzeit: 15 (nur zu zweit) - 60 Minuten

Bewertungssterne: 3 (von 5)

BGG-Durchschnitt (Stand 06.12.2008): 7,23 bei 87 Ratings

Spielstatus: Spiel selbst gekauft

Sonstiges: bisher nur zu fünft und zu zweit gespielt, sollte sich bei anderer Besetzung etwas ändern, werde ich meine Spielekritik natürlich ergänzen.

 

 
Copyright © 2010 Spielen geht immer. Alle Rechte vorbehalten.
Joomla! ist freie, unter der GNU/GPL-Lizenz veröffentlichte Software.