Home Interviews Autoren Interview mit Andreas Steding (07.10.2009)

Ein Interview mit dem Autor von Hansa Teutonica – Andreas Steding. In diesem stellt er sich als Autor und seine Neuheit ein bisschen genauer vor.

 

Kannst du dich zunächst kurz vorstellen:

A.S.: Meine Heimatstadt ist Göttingen, hier bin ich nach meinem Geschichtsstudium „hängen“ geblieben. Seit einigen Jahren bin ich Hausmann.

 

Seit wann interessierst du dich für Brettspiele, wodurch wurde deine Aufmerksamkeit auf dieses Genre gelenkt?

A.S.: Seit meinem zwölften Lebensjahr etwa; die ersten Spiele waren die alten 3M Spiele, bald kam aber Diplomacy hinzu, dass mein Vater aus England mitgebracht hatte. Später spielte ich dann Dippy per Post (bei Walter Luc Haas) und dabei lernte ich dann auch die weite Welt der Brettspiele kennen.

 

Kommst du heute noch zum Spielen und wenn ja wie oft?

A.S.: Nun, mein Beruf erlaubt mir doch hin und wieder zu spielen Laughing .

 

Wie kam es dazu, dass du vom Spielen auf die andere Seite gewechselt bist und zum Autor wurdest? Gibt es Spieleautoren, die eine Art Vorbild für dich waren oder dich inspirierten?

A.S.: Ich vermute wie bei den meisten Autoren. Irgendwann spielte ich ein Spiel. Es war ganz hervorragend, aber irgendwie fehlte etwas, nur eine Kleinigkeit und ich begann Hausregeln zu schreiben (wie man das heute nennen würde) und von da war es nur ein kleiner Schritt zu einem eigenen Spiel. Die Spiele mit den ersten Hausregeln waren übrigens Stellar Conquest (von Metagaming Concept, später AH) und Awful green Thing (Steve Jackson). Bei meinem Umzug neulich sind mir diese Hausregeln wieder in die Hände gefallen – sie waren schrecklich


Wie lange hat es gedauert, bis du dein erstes Spiel veröffentlicht hast?

A.S.: Viele Jahre, da ich Spiele erfinden nicht ernsthaft betrieben habe. Mein erstes veröffentlichtes Spiel (Hispania) ist eigentlich auch nur eine Art Studie zur spanischen Geschichte gewesen. Als aber die Mitspieler begannen, sich eigene Kopien zu basteln, um das Spiel selber zu spielen, wurde das Ganze doch etwas ernsthafter.


Wie viele und was für Spiele bei welchen Verlagen hast du bislang veröffentlicht?

A.S.: Wie mein Geschmack als Spieler sind auch meine Spiele sehr unterschiedlich:

Hispania - Azure Wish

Kogge - Selbstverlag (MoD Games)/JKLM

Italia - Phalanx

Ins innere Afrikas - Phalanx

Scottish Highland  Whisky Race - MoD Games/JKLM

Macht&Ohnmacht - MoD Games

Schwarzmarkt - MoD Games

 

Wie kam es dazu, dass Hansa Teutonica nun beim Argentum-Verlag vmit meröffentlicht wird?

A.S.: Hier muss ich vor allem dem Hippodice Team danken, die alljährlich ihren Autorenwettbewerb durchführen. Letztes Jahr konnte ich bei diesem Wettbewerb mit meinem Spiel "Wettstreit der Händler" in die Endrunde gelangen. Argentum wurde daraufhin auf das Spiel aufmerksam - und aus dem Wettstreit wurde Hansa Teutonica.

 

Worum geht es im Spiel, was macht dieses Spiel so besonders?

A.S.: Das Besondere bei Hansa Teutonica ist wohl, dass es den Spielern ausgesprochen viele Freiheiten bietet. Häufig werden bei Entwicklungs- oder Aufbauspielen Aktionen verboten und die Spieler können diese Verbote durch ihre Entwicklung umgehen oder aufheben. In Hansa wird zu Beginn wenig verboten und es gibt viele Wege zum Ziel (sprich zu Siegpunkten). Bei den ersten Spielen werden sicherlich Vorlieben entstehen und ein Spieler wird meinen, dass ein bestimmter Weg der Königsweg ist. Doch seid euch gewiss, in einer anderen Spielrunde führte die gleiche Strategie zur Niederlage.

 

Seit wann hast du am Prototyp gearbeitet? Kannst du uns ein bisschen über die Entstehungsgeschichte erzählen? Was hat sich alles seit der ersten Idee verändert?

A.S.: Das Spiel hat eine etwas ungewöhnliche Entwicklung hinter sich. Zu Beginn war es ein Handelsspiel, bei dem alle Spieler auf einem Schiff durch die Karibik fuhren – das Spiel funktionierte nicht und nach einiger Zeit gab ich es auf. Der Spielplan lag längere Zeit auf einem Tisch, verstaubte vor sich hin, und immer wenn ich daran vorbei ging hatte ich das Gefühl das man darauf doch ein Spiel spielen könnte – nur eben ein anderes, leider wusste ich nicht welches (ich hatte auch das Gefühl dringend Staub zu wischen, habe ich aber auch nicht getan). Erst gut ein Jahr später, inzwischen hatten sich einige andere Spiele über diesem Spielplan gestapelt, fiel er mir wieder in die Hände und dann ging es eigentlich recht schnell.

Zeit ist beim Spieleentwickeln ein relativer Wert, zumindest bei mir. Sehr lange „gärt“ es, ohne wirklichen Fortschritt und dann plötzlich geht es voran. Also man kann sagen zwei Jahre oder drei Monate habe ich an dem Spiel gearbeitet.

 

Welche Projekte hast du gerade am Laufen und kannst du uns bereits erzählen, was für Spiele in welchen Verlagen von dir in Zukunft erscheinen werden? Wirst du weiterhin auch Spiele in deinem eigenen Verlag veröffentlichen?

A.S.: Nun es wird auch nächstes Jahr ein oder zwei Spiele von mir bei „richtigen“ Verlagen geben, allerdings kann ich darüber noch wenig sagen. Es sind natürlich auf jeden Fall sehr gute Spiele J .

In meinem eigenen Kleinverlag werden eher wieder etwas schwierigere Projekte veröffentlicht. Angedacht ist die 3 Personen Erweiterung für Macht & Ohnmacht.


Hast du ein bestimmtes Thema, zu dem du noch unbedingt ein Spiel entwickeln willst?

A.S.: Chinesische Geschichte und die Evolution sind immer noch interessant…

 

Und zum Abschluss die unvermeidliche Frage: Welche drei Spiele sind deine All-time Favourites? 

A.S.: Drei ist zu schwierig: Civilization (AH), Cosmic Encounter, Puerto Rico, SPQR, Hannibal (AH).

 

Wir danken für das Gespräch.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
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